„Ich freue mich sehr, dass unser Antrag bewilligt wurde und wir die Arbeiten jetzt weiter ausbauen und voranbringen können“, freut sich Chefarzt Prof. Dr. Christoph Fusch, der das Projekt vor zwölf Jahren mit Kollegen an der Mac Master-Universität in Kanada ins Leben gerufen hatte und nun in Nürnberg gemeinsam mit Dr. Niels Rochow leitet. „Seitdem forschen wir intensiv und haben bereits einige Erfolge auf dem Weg zur künstlichen Plazenta erzielt.“ So erhielt das Teilprojekt UMBIGATE, ein innovatives Nabelschnur-Kathetersystem, vor zwei Jahren den Medical Valley Award.
Mit der künstlichen Plazenta soll es möglich sein, Frühgeborene mit schweren Lungen- und Nierenproblemen besser zu behandeln. Dabei übernimmt die künstliche Plazenta wie die Plazenta im Mutterleib die lebenswichtigen Organfunktionen und erhöht so die Überlebensfähigkeit des Säuglings. „Das Baby wird über eine künstliche Nabelschnur mit der externen Plazenta verbunden. Diese übernimmt dieselben Aufgaben wie die Plazenta im Mutterleib. Sie versorgt den Säugling mit Nährstoffen und Sauerstoff und reguliert den Blutkreislauf – in unserem Projekt sogar ohne Pumpe, allein über das Herz des Neugeborenen“, erklärt Fusch.
An dem Projekt arbeiten außer den Deutschen Forschungseinrichtungen in den Niederlanden, in Schweden, in der Schweiz und in Kanada. „Wir in Nürnberg leiten das Konsortium, über das wir den Förderantrag auf den Weg gebracht haben, der jetzt bewilligt wurde“, so Fusch weiter. Die Gesamtfördersumme liegt bei 3,5 Millionen Euro, rund eine Million davon geht nach Nürnberg.
Quelle: medtech-zwo vom 19.10.2022